Das Vertrauen der Bürger in die Institutionen bricht ein
Die Finnen vertrauen ihren politischen Entscheidungsträgern und den Arbeitsmarktorganisationen weniger als früher. Die Studie „The Nation’s Values 2016“ zeigt, dass die Regierung den größten Vertrauensverlust erlitten hat. Im Gegensatz dazu genießen die Polizei, das Bildungssystem und das Gesundheitswesen das größte Vertrauen unter den finnischen Bürgern.
Politische Entscheidungsträger haben aufgrund von Prozessen wie dem seit langem vorbereiteten „Wettbewerbsfähigkeitspakt“ der Regierung einen Imageverlust erlitten. Das Vertrauen in die Regierung, das Parlament und die Arbeitsmarktorganisationen ist seit 2013 deutlich gesunken. Nur noch jeder dritte Finne gibt an, der Regierung zu vertrauen. Vor drei Jahren lag die Vertrauensrate der Regierung noch bei 45 %.
DIE ZUKUNFT DES SOZIALSTAATS IST GEFÄHRDET
Die Bereitschaft der Finnen, mehr Steuern zu zahlen, nimmt ab, sei es zum Abbau der Staatsverschuldung oder zur Erhaltung des Sozialstaats. Gleichzeitig äußern die Finnen den Wunsch, die Staatsverschuldung zu stoppen.
Die Studie zeigt, dass die Finnen dem öffentlichen Sektor als Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen vertrauen. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Finnen eine Vereinfachung der Strukturen im öffentlichen Sektor und in der Regierung befürworten.
Die Hoffnungen auf eine längere Karriere schwinden
Die Finnen stehen sowohl zu Beginn als auch am Ende ihres Berufslebens vor Herausforderungen. Die Jugendbeschäftigung gibt Anlass zu besonderer Sorge. 77 % der Befragten sind der Meinung, dass es für junge Menschen zu schwierig ist, ins Berufsleben einzusteigen.
Das Vertrauen der Menschen mittleren Alters in ihre Fähigkeiten und beruflichen Perspektiven befindet sich im Tiefpunkt. Zudem ist das Interesse der 55- bis 64-Jährigen daran, sich selbstständig zu machen, zurückgegangen.
AKTUELLES THEMA: EINWANDERUNG
Die meisten Finnen stehen Einwanderern positiv gegenüber. Die Meinungen zum Thema Einwanderung sind jedoch polarisiert, und die Haltungen verhärten sich zunehmend. Interessanterweise entwickeln sich die Standpunkte der verschiedenen Altersgruppen in entgegengesetzte Richtungen. Die Mittvierziger stehen der Einwanderung zunehmend kritisch gegenüber, während die jüngeren Menschen eine zunehmend positive Haltung einnehmen.
Die Daten für die Studie „The Nation’s Values 2016“ wurden im Rahmen einer Online-Umfrage zwischen dem 6. Oktober und dem 4. November 2016 erhoben. Insgesamt nahmen 3.147 Finnen an der Umfrage teil. Das Forschungsprojekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Finnischen Wirtschaftsinformationsbüro und T-Media. Die Studie richtete sich an Finnen im Alter von 15 bis 74 Jahren im gesamten Land (mit Ausnahme der Åland-Inseln).
Den Forschungsbericht (auf Finnisch) können Sie hier herunterladen.
Weitere Informationen
Wirtschaftsinformationsbüro (TAT), Präsident Kari Väisänen, +358 400 138 767, kari.vaisanen(a)tat.fi
T-Media, Forschungsleiterin Reeta Sutinen, +358 40 511 9936, reeta.sutinen(a)t-media.fi
Wirtschaftsinformationsbüro (TAT), Produzentin, Interne und Externe Kommunikation, Mari Lehtonen, +358 40 450 8307, mari.lehtonen(a)tat.fi Die Finnen vertrauen politischen Entscheidungsträgern und den Organisationen der Sozialpartner weniger als früher. Laut der Studie „Kansan arvot 2016“ (Werte der Bevölkerung 2016) hat die Regierung in den letzten drei Jahren den größten Vertrauensverlust erlitten. Das größte Vertrauen der Bürger genießen die Polizei, das Bildungssystem und das Gesundheitswesen.
Reputationsschäden, wie etwa der lange diskutierte Wettbewerbsfähigkeitsvertrag, haben den politischen Entscheidungsträgern schwer zu schaffen gemacht. Das Vertrauen in die Regierung, das Parlament und die Sozialpartner ist gegenüber dem Stand von 2013 deutlich gesunken. Besonders stark hat die Regierung darunter gelitten: Nur ein Drittel der Bürger gibt an, der Regierung zu vertrauen, während dieser Wert vor drei Jahren noch bei 45 Prozent lag.
DIE ZUKUNFT DES WOHLFAHRTSSTAATES IST GEFÄHRDET
Immer weniger Finnen sind bereit, mehr Steuern zu zahlen, sei es nun zum Abbau der Staatsverschuldung oder zur Aufrechterhaltung des Sozialstaats. Dennoch will man der Verschuldung Einhalt gebieten.
Dennoch wird der öffentlichen Hand als Träger des Gesundheitswesens Vertrauen entgegengebracht. Wenn es um die Frage der Verschuldung oder Steuererhöhungen geht, scheint die Meinung der Bürger eher in Richtung einer Verschlankung der Strukturen des öffentlichen Sektors und der öffentlichen Verwaltung zu tendieren.
Die Pläne zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit sind nicht umgesetzt worden
Die Finnen stehen sowohl zu Beginn als auch am Ende ihrer beruflichen Laufbahn vor Herausforderungen. Die Beschäftigungssituation junger Menschen gibt Anlass zur Sorge: 77 Prozent sind der Meinung, dass es für junge Menschen derzeit viel zu schwierig ist, in das Berufsleben einzusteigen.
Das Vertrauen der Menschen mittleren Alters in ihre eigenen Fähigkeiten und ihre berufliche Entwicklung ist hingegen fast vollständig zusammengebrochen. Zudem sind deutlich weniger 55- bis 64-Jährige als früher daran interessiert, ein Unternehmen zu gründen.
Einwanderung spaltet die öffentliche Meinung
Die Mehrheit der Finnen steht Einwanderern positiv gegenüber. Einwanderungsfragen spalten jedoch die Bevölkerung, und die Meinungen haben sich teilweise verhärtet. Interessant ist, dass sich die Einstellungen der verschiedenen Altersgruppen in Einwanderungsfragen in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Die mittleren Altersgruppen haben in den letzten Jahren eine deutlich kritischere Haltung eingenommen. Im Gegensatz dazu sind die Einstellungen der Jugendlichen toleranter geworden.
Die Datenerhebung für die Studie „Werte der Bevölkerung“ erfolgte vom 6. Oktober bis zum 4. November 2016 mittels eines elektronischen Fragebogens, an dem insgesamt 3.147 Finnen teilnahmen. Die Studie wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsinformationsbüro TAT und T-Media Oy durchgeführt. Die Zielgruppe bildeten Finnen im Alter von 15 bis 74 Jahren aus dem gesamten Staatsgebiet (mit Ausnahme der Ålandinseln).
Laden Sie hier die Zusammenfassung der Studie herunter(PDF)
WEITERE INFORMATIONEN:
Wirtschaftsinformationsagentur TAT
Geschäftsführer Kari Väisänen
Tel. 0400 138 767, kari.vaisanen(a)tat.fi
T-Media
Forschungsleiterin Reeta Sutinen
Tel. 040 511 9936, reeta.sutinen(a)t-media.fi
Wirtschaftsinformationsbüro TAT
Beauftragte für interne und externe Kommunikation Mari Lehtonen
Tel. 040 450 8307, mari.lehtonen@tat.fi
