Reputationsstudie im Bankensektor: Avanza ist weiterhin die Nummer eins, doch die Konkurrenten holen auf

 

In einer Reputationsstudie von Reputation And Trust Analytics aus dem Jahr 2020 war die Reputation von Avanza mit Abstand die stärkste im Bankensektor. Damals wurde auf einer Fünf-Punkte-Skala ein Wert von 4,09 erreicht, der bis 2024 auf 3,87 zurückgegangen ist. Nordnet und SBAB sind die führenden Herausforderer der Branche, beide mit einem Reputationswert von 3,74, während Nordea die größten Fortschritte gemacht hat.

Insgesamt hat sich die Bandbreite der Einschätzungen hinsichtlich des professionellen Ansehens und der Glaubwürdigkeit der Akteure im Bankensektor verringert. Im Jahr 2020 erzielte Nordea auf einer Fünf-Punkte-Skala einen Wert von 2,91, während Avanza mit 4,09 an der Spitze lag.

Bei der Erhebung im Jahr 2024 ist das Ansehen von Avanza auf 3,87 gesunken. Das schwächste Ansehen der Branche weist derzeit die Swedbank mit 2,95 auf. Der Spread der Branche betrug zuvor 1,18 Einheiten, während er sich heute auf 0,92 verringert hat.

Alexander Widen, Berater bei Reputation and Trust Analytics, stellt fest, dass der verringerte Spread eine bedeutende Veränderung in der Branche darstellt.

— Die Wettbewerbslage im Bankensektor hat sich unter dem Gesichtspunkt des Vertrauens verschärft. In der breiten Öffentlichkeit genießt Avanza das beste Ansehen, doch Nordnet und SBAB liegen knapp dahinter. Es ist interessant, dass die Banken insgesamt nun näher beieinander liegen, was einen härteren Kampf um Marktanteile bedeuten könnte, kommentiert Alexander Widen.

Der große Gewinner der Umfrage ist Nordea, die hinsichtlich der Entwicklung ihres Ansehens die größten Fortschritte erzielt hat. Die Bank hat den letzten Platz verlassen und ein akzeptableres Niveau erreicht – von zuvor 2,91 auf 3,19.

 

Entwicklung des Rufs bei Herausforderern

SBAB ist neben Nordnet der größte Konkurrent von Avanza um den Titel des renommiertesten Akteurs im Bankensektor.

— Im Grunde genommen glaube ich, dass unser hohes Ansehen darauf zurückzuführen ist, dass wir eine sehr gute und starke Unternehmenskultur haben. Wir bieten wettbewerbsfähige Hypotheken, beliebte Sparprodukte und eine fürsorgliche Beratung für unsere Kunden. Außerdem sind wir in unserem Marketing recht offensiv und in den Nachrichtenmedien erfolgreich; ich glaube, das hat zu dem guten Ergebnis beigetragen, sagtMalou Sjörin, Leiterin für Nachhaltigkeit, Marketing und Kommunikation bei SBAB.

 

Turbulenzen an der Spitze und am unteren Ende

Der Rückgang von Avanza an der Spitze lässt sich teilweise durch die mediale Aufregung erklären, die im Zusammenhang mit den Wechseln an der Unternehmensspitze im Winter entstand. Unter stürmischen Umständen musste Knut Frängsmyrdas Amt des Geschäftsführers nach nur einer Woche im Amt niederlegen, was zu Spekulationen in den Medien über großzügige Abfindungen und versteckte Vergütungsmodelle führte.

Am Ende der Rangliste steht die Swedbank, deren Ruf durch den Medienrummel im Zusammenhang mit dem Betrugsverfahren gegen die ehemalige Geschäftsführerin Birgitte Bonnesen geschädigt wurde. Die Datenerhebung für die Rangliste erfolgte vor dem rechtskräftigen Urteil, was darauf hindeutet, dass die Bank auch in Zukunft mit Problemen hinsichtlich ihrer Reputation und des Vertrauens zu kämpfen haben wird.

 

Quelle: Reputation and Trust Analytics 2024

 

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirkt sich auf das Ansehen einzelner Akteure aus

Die Entwicklung der Reputation von Bankakteuren wird zum Teil auch von makroökonomischen Faktoren bestimmt, die über das strategische Management auf Organisationsebene hinausgehen.

— Angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen der letzten Jahre verschärft sich die Marktlage, nicht zuletzt in einer vertrauensabhängigen Branche wie dem Bankensektor. Das allgemeine Branchenvertrauen tendiert dazu, im Zuge der sinkenden Kaufkraft der schwedischen Haushalte zu sinken, während die Banken Berichten zufolge weiterhin hohe Margen erzielen. Dies wirkt sich letztlich auf die Einstellungen und Kaufentscheidungen der schwedischen Öffentlichkeit aus, kommentiert Alexander Widén.

— Wir wissen zudem, dass die schwedische Öffentlichkeit sehr empfindlich auf Veränderungen im Ansehen reagiert. Schwedische Verbraucher neigen stärker dazu, Organisationen mit hohem Ansehen zu unterstützen, als Verbraucher in vergleichbaren Ländern. Entsprechend neigen schwedische Verbraucher eher dazu, Unternehmen mit schwacher Reputation zu bestrafen. Dies spiegelt sich im schwedischen Bankensektor wider, wo Reputation und Vertrauen Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit sind, kommentiert Alexander Widén.

 

So haben wir das untersucht

Das Forschungsziel der Studie zum Bankensektor in Schweden bestand darin, die öffentliche Wahrnehmung der Reputation ausgewählter, in Schweden tätiger Finanzinstitute zu untersuchen. Die Datenerhebung erfolgte mittels einer Online-Umfrage im Zeitraum vom 10. Mai 2024 bis zum 3. Juni 2024.

Die Organisationen wurden anhand des Analysemodells „Reputation&Trust“ bewertet, bei dem das Ansehen der Organisation anhand von acht Dimensionen erfasst wird. Die Ansehensdimensionen sind Führung, finanzielle Leistung, Innovation, Dialog, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsplatz sowie soziale Verantwortung.

Insgesamt nahmen 2 675 Schweden an der Umfrage teil. Die Stichprobe der Umfrage richtete sich an Schweden im Alter zwischen 15 und 65 Jahren aus dem gesamten Land. Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter und Wohnort gewichtet, um die gesamte Bevölkerung repräsentativ abzubilden.

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Alexander Widen, Senior Advisor, Reputation and Trust Analytics AB
+46 70 471 2332
alexander.widen@reputationandtrust.com

Riku Ruokolahti, Entwicklungsleiter, Reputation and Trust Analytics AB
+358 400 512 200
riku.ruokolahti@reputationandtrust.com

 


Weitere Informationen:

Reputation and Trust Analytics unterstützt Unternehmen und Organisationen dabei, ihre Reputation zu messen, zu verstehen und zu steuern. Mit unserer evidenzbasierten und datengestützten Methode können wir aufzeigen, welchen Einfluss die Reputation auf das Vertrauen und das Verhalten von Stakeholdern hat, und Organisationen dabei unterstützen, ihre Geschäftstätigkeit auf der Grundlage fundierter Erkenntnisse in eine wettbewerbsfähigere und nachhaltigere Richtung zu lenken.

Reputation & Trust Analytics ist eine Tochtergesellschaft des finnischen Unternehmens T-Media, das das Untersuchungsmodell 2013 eingeführt hat. Seitdem wurde es weltweit mehr als 2.000 Mal eingesetzt und wird von allen Universitäten in Finnland, 22 der 25 größten Unternehmen Finnlands sowie zahlreichen staatlichen Organisationen genutzt. In Schweden eröffnete Reputation & Trust Analytics im Januar 2024 eine lokale Niederlassung.

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