Climate Leaders Forum: Sind Emissionsausgleiche eine Teillösung oder eine Revolution im Kampf gegen die Klimakrise?

 

Wenn wir über die Klimakrise sprechen, neigen wir leicht dazu, die Schuld auf den berühmten „Jemand anderen“ zu schieben und von ihm zu verlangen, das Problem auch zu lösen.

Antero Vartia, Gründer der Compensate-Stiftung, erinnert daran, dass, wenn man Schuldige suchen will, der anklagende Finger auf jeden von uns zeigt. Wir alle stoßen täglich Kohlendioxid in die Atmosphäre aus.

Daher haben wir alle sowohl das Recht als auch die Pflicht, uns an der Bekämpfung des Klimawandels zu beteiligen. Laut Krista Mikkonen, Ministerin für Umwelt und Klima, haben die Finnen diesen Gedanken gut verinnerlicht.

„Ich werde oft gefragt, wie Finnland sein ehrgeiziges Ziel der CO₂-Neutralität bis zum Jahr 2035 erreichen will. Ich antworte dann, dass unsere gesamte Gesellschaft – von den Unternehmen bis hin zu den Organisationen – an dieser Aufgabe mitwirkt“, sagt Mikkonen.

Antero Vartia

Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette

 

Vartia und Mikkonen sprachen am Dienstag auf dem von T-Media und South Pole organisierten Climate Leaders Forum, das unter dem Motto „Emissionsausgleich – Teillösung für die Klimakrise oder Revolution?“ stand.

Michiel Kernkamp, Geschäftsführer von Nestlé Nordic, und Lea Rankinen, Leiterin für Nachhaltigkeit bei der S-Gruppe, brachten in ihren Beiträgen die Perspektive der Wirtschaft in die Veranstaltung ein.

Michiel Kernkamp

Beide sprachen über die Kraft der Zusammenarbeit und betonten, dass die Bemühungen zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks des Unternehmens über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg erfolgen müssen. Laut Rankinen entfallen 97 Prozent der Klimabelastung der S-Gruppe auf Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.

„Wir müssen lernen, den Zusammenhang zwischen unserem Teller und unserem Planeten besser zu erkennen. Dazu brauchen wir Zusammenarbeit“, fasst Kernkamp von Nestlé Nordic zusammen.

Lea Rankinen

Die Entschädigung fördert einen Umdenkprozess

 

Antero Vartia kam in seinem Redebeitrag noch einmal auf das Thema der Veranstaltung zurück und stellte die Frage, ob Emissionsausgleichszahlungen eine Teillösung für die Klimakrise oder eine Revolution darstellen.

„Kompensationen sind kein Ersatz für Emissionsreduktionen. Nichts ist das. Die Reduktionen müssen radikal erfolgen. Die Einbindung von Kompensationen in das Leben der Menschen kann jedoch zu einem Umdenken führen, und das wiederum kann dazu beitragen, dass wir den Klimawandel erfolgreich bekämpfen“, sagt Vartia.

Auch Leo Stranius, Leiter des Bereichs „Nachhaltige Zukunft“ bei T-Media, fordert einen Umdenkprozess und regte mit seinem Abschlussvortrag eine lebhafte Diskussion im Publikum zum Thema Kompensation an.

„Klimaschutzmaßnahmen bedeuten nicht, dass man auf etwas verzichten oder Abstriche machen muss. Ganz im Gegenteil. Unternehmen, die bei der Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle einnehmen, sind die Marktgewinner der Zukunft. Denken Sie auch daran, dass es nicht darauf ankommt, was Sie gelegentlich tun, sondern was Sie regelmäßig und langfristig tun“, erklärt Stranius.

Leo Stranius

Climate Leaders Forum Finland, Helsinki, 19. November 2019

Das von Southpole und T-Media organisierte „Climate Leaders Forum Finland“ brachte Führungskräfte aus verschiedenen Branchen zusammen, um ihre Ansichten zu Maßnahmen und Lösungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel auszutauschen.

Bei der Veranstaltung sprachen Krista Mikkonen (Umwelt- und Klimaministerin), Antero Vartia (Gründer der Compensate-Stiftung), Michiel Kernkamp (Geschäftsführer von Nestlé Nordic), Lea Rankinen (Leiterin für Nachhaltigkeit, S-Gruppe) sowie Leo Stranius, Leiter für nachhaltige Zukunft bei T-Media.

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