Sind Sie mutig genug, vielfältige junge Talente einzustellen? Stellen Sie mutig kompetente Mitarbeiter ein oder geben Sie sich einfach mit „netten Leuten“ zufrieden?

 

Dieser Beitrag ist derzeit auf Finnisch verfügbar; den Originalbeitrag finden Sie hier.In diesem Sommer gibt es eine Rekordzahl an Sommerjobs. Das ist wirklich toll, gilt aber leider nicht für alle Jugendlichen gleichermaßen.Für junge Menschen mit Behinderung und junge Migranten ist es nach wie vor schwierig, überhaupt einen ersten Sommerjob zu finden – noch schwieriger als für unter 18-Jährige, für die es ebenfalls harte Arbeit bedeutet, einen Sommerjob zu bekommen.

Woran liegt das? Haben wir nicht genug Zeit und Mut, uns einem Jugendlichen zuzuwenden und hinter die äußerlich erkennbare Behinderung oder die noch nicht ganz ausgereiften Finnischkenntnisse zu blicken: Was sind seine Fähigkeiten, sein Bildungshintergrund, seine Einstellung und seine Motivation in Bezug auf die Arbeit?

Fürchten wir uns vor einem Reputationsrisiko? – was, wenn wir schon bei der Stellenanzeige für den Sommerjob, beim Vorstellungsgespräch oder bei der Einarbeitung einen Fehler machen? Gleichzeitig wiederholen wir wie ein Mantra, dass wir neue Perspektiven und neue Kompetenzen gewinnen wollen. Leider landen wir jedoch allzu oft wieder beim alten, vertrauten Schema – wir stellen einen extrovertierten, sogenannten „netten Typen“ ein.

Wenn du neue Mitarbeiter suchst, halte inne und überlege dir, welche Fähigkeiten für den von dir angebotenen Sommerjob tatsächlich erforderlich sind. Werden dafür alle Sinne benötigt: Seh-, Geruchs-, Hör-, Tast-, Gleichgewichts- und Orientierungssinn? Oder vielleicht eine gute Einstellung, Begeisterung und Motivation sowie eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich? Ist es wichtig, dass der Sommerjobber Smalltalk in der Kaffeeküche, oder dass er sich leidenschaftlich auf den Sommerjob konzentriert, auch wenn seine sozialen Kompetenzen mal so, mal so sind?

Finnland lebt vom Export, weshalb Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Internationalisierung in der Wirtschaft von großem Wert sind. Unser Land ist bereits voller internationaler Weltbürger, die eine große Ressource und einen Wettbewerbsvorteil für uns darstellen, wenn wir nur ihr Know-how klug zu nutzen wissen. Indem wir unsere eigenen Ideen mit den Besonderheiten einer anderen Kultur verbinden, können wir einzigartige Produkte und Erlebnisse für uns selbst und die Welt schaffen.

Die Sommerbeschäftigung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollte nicht an der Forderung nach perfekter Beherrschung der finnischen Sprache scheitern, da diese nicht bei jedem Sommerjob erforderlich ist. Schließlich sind auch unsere eigenen Sprachkenntnisse nicht immer auf Weltklasseniveau, und trotzdem kommen Geschäfte zustande. Die Sprachkenntnisse entwickeln sich dabei von selbst.

Arbeitgeber, die junge Menschen mit Behinderung und junge Migranten im Sommer beschäftigt haben, betonen, dass die gesamte Belegschaft viel von diesen Jugendlichen gelernt hat. Das Wichtigste war die pure Freude der Jugendlichen an der Arbeit und ihre hohe Arbeitsmotivation. Selbst der zynischste Mitarbeiter wird weich, wenn der Junge jeden Morgen bei der Ankunft begeistert ruft: „Hey, ich bin jetzt zur Arbeit gekommen!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die zunehmende Offenheit am Arbeitsplatz. Anfangs fiel es vielen Arbeitgebern schwer, in der Arbeitsgemeinschaft offen darüber zu sprechen, dass wir Sommeraushilfen mit Behinderung eingestellt haben und was dies mit sich bringt. Die Arbeitgeber zögerten, das Wort überhaupt laut auszusprechen: behindert. Darf man einen Sommermitarbeiter mit Behinderung direkt fragen, welche Unterstützung er benötigt, oder in schwierigen Situationen die Dinge beim Namen nennen?

Offenheit, das sofortige Angehen von Problemen und die Fähigkeit, in gutem Geist offen zu sprechen, haben sich in diesen Arbeitsgemeinschaften durch die Einstellung von Menschen mit Behinderung deutlich verbessert. Fragen Sie die Person, was sie denkt. Ziehen Sie keine Schlussfolgerungen aus Ihrer eigenen Perspektive, denn Sie könnten die Situation völlig falsch einschätzen.

Ein dritter wichtiger Punkt ist die Toleranz gegenüber Andersartigkeit. In Finnland ist Mobbing am Arbeitsplatz alarmierend weit verbreitet. Ich behaupte, dass wir unterschiedliche Persönlichkeiten nur schwer tolerieren. Alle sollten aus dem gleichen Holz geschnitzt sein. Das zeigt sich auch bei der Personalauswahl – wir neigen dazu, Menschen einzustellen, die uns selbst ähneln.

Wenn wir die Augen öffnen, merken wir, was für nette und kompetente Leute es in unserem Arbeitsumfeld gibt. Sie mögen zwar auf unterschiedliche Weise handeln und sich ausdrücken, aber sie verstehen ihr Handwerk. Und das ist schließlich das Wichtigste!

Viele Arbeitgeber würden gerne junge Menschen mit Behinderung und junge Migranten einstellen, trauen sich aber nicht. Die Arbeitgeber fragen sich beispielsweise, wie eine Stellenanzeige aussehen sollte, was man im Vorstellungsgespräch fragen darf oder was am Arbeitsplatz zu beachten ist.

In Finnland gibt es jedoch erstklassige Experten, die dich während des gesamten Prozesses an der Hand nehmen: die Stiftung für behinderte Kinder und Jugendliche Vamlas, Plan International Finnland, die Autismusstiftung usw. Ruf einfach bei diesen Organisationen an oder schreib ihnen eine E-Mail, und du wirst mit Sicherheit tatkräftige Hilfe und Unterstützung erhalten. Lassen Sie sich also nicht von Ängsten davon abhalten, diese großartigen jungen Menschen einzustellen!

 

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Päivi Salminen-Kultanen
Geschäftsführerin
eMBA, MMM
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