Das Bild eines starken Staates entsteht durch eine verantwortungsbewusst handelnde, vertrauenswürdige und gut geführte Verwaltung

 

Das Vertrauen der Bürger in die staatlichen Verwaltungsorgane ist eine Voraussetzung für die Zukunft unserer demokratischen Wohlfahrtsgesellschaft, schreibt Nina Laakso, Seniorberaterin bei T-Media.

Reputation&Trust von T-Media zu Organisationen der öffentlichen Verwaltung hat gezeigt, dass die Bürger in der heutigen Zeit einen starken Staat brauchen. An der Spitze der Studie stehen Organisationen für innere und äußere Sicherheit: die Notrufzentrale und der Grenzschutz. Es ist verständlich, dass das Gefühl der Sicherheit angesichts der Turbulenzen in unserem externen Umfeld an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse der Studie, dass die Bürger auch im Alltag ein Bedürfnis nach Sicherheit haben, das durch die Werteführung der Staatsführung vermittelt wird.

Was macht einen starken Staat aus Sicht der Bürger aus? Es reicht nicht aus, dass lediglich die Sicherheitsbehörden als vertrauenswürdig und gut geführt wahrgenommen werden. Die staatliche Verwaltung muss sich als ein geschlossenes, angesehenes Ganzes präsentieren: als gut geführter und verantwortungsbewusster Diener der Zivilgesellschaft. Dies ist nur durch eine klare Kommunikation jeder staatlichen Organisation über ihre eigenen Aufgaben und Rollen als Teil des Gesamtgefüges der staatlichen Verwaltung möglich.

 


 

„Was versteht man unter einem starken Staat aus Sicht der Bürger?“

 


 

In der heutigen Zeit und auch in Zukunft wird der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte immer wichtiger. Der Aufbau eines guten Arbeitgeberimages und einer guten Reputation als Arbeitgeber ist auch für den Staat von Bedeutung.

Neben einer klaren Kommunikation sind auch die richtigen Kommunikationskanäle von entscheidender Bedeutung. Die Organisationen der staatlichen Verwaltung sind in hohem Maße voneinander abhängig, was den Bürgern jedoch nicht bewusst ist. Auch aus diesem Grund ist ein guter Beitrag aller Organisationen erforderlich, damit das Gesamtbild stimmt.

 

Alles hängt von der Führung und der Führungskompetenz ab

 

Durch gute Führung im öffentlichen Sektor lässt sich das Vertrauen aufbauen, nach dem sich die Bürger zu Recht sehnen. Wir Menschen vertrauen eher denen, die wir kennen und deren Ansichten wir kennen, als denen, die wir nicht kennen. Deshalb müssen die staatliche Verwaltung und ihre gesamte Führung in der Lage sein, sowohl die Qualität als auch den Umfang der aktiven und wissensbasierten Interaktion mit der Zivilgesellschaft zu verbessern. Auf diese Weise lässt sich die Vorhersehbarkeit schaffen, die die gesamte Gesellschaft benötigt, um ihre verschiedenen Entscheidungen zu treffen.

Die durch gute Führung und Interaktion entstehende Vorhersehbarkeit schafft das Gefühl der Sicherheit, das die Vision eines starken Staates voraussetzt.

Eine Studie von T-Media zur öffentlichen Verwaltung hat gezeigt, dass diejenigen staatlichen Organisationen, in denen sich die Führung durch Beamte und die politische Führung vermischen, von den Bürgern in der Regel kritischer bewertet werden. Die Tätigkeit der Ministerien ist vermutlich zum größten Teil eine bei den Bürgern relativ wenig bekannte Beamtenarbeit, die letztlich politisch geleitet wird. Für die Bürger ist es schwer zu erkennen, welche Entscheidungen von Beamten getroffen werden und welche politische Entscheidungen sind. Das müssen sie auch gar nicht.

Entscheidend ist, dass die Akteure der staatlichen Verwaltung, die Politik und den öffentlichen Dienst miteinander verbinden – also die Ministerien und das Parlament –, als Ganzes der gesamten Gesellschaft und damit auch den ihnen unterstellten Behörden als Vorbilder für gute Führung und gute Zusammenarbeit dienen. Auf diese Weise kann die staatliche Verwaltung als Ganzes noch besser funktionieren und in der gesamten Gesellschaft noch mehr Vorhersehbarkeit und ein Gefühl der Sicherheit schaffen.

 

Die Arbeit im Bereich der Unternehmensverantwortung muss in der gesamten staatlichen Verwaltung ganz oben auf der Agenda der obersten Führungsebene stehen

 

Ein umfassend verantwortungsbewusstes Handeln wird von den Organisationen der staatlichen Verwaltung als Grundvoraussetzung angesehen. Die staatliche Verwaltung stellt sehr hohe ethisch-moralische Anforderungen an ihre Tätigkeit und hat diese grundsätzlich auch erfüllt. Verbesserungsbedarf besteht hingegen insbesondere bei der Sichtbarmachung der Nachhaltigkeitsarbeit sowie des ökologischen Fußabdrucks der staatlichen Verwaltung.

Ein guter erster Schritt, um die Nachhaltigkeitsarbeit sichtbar zu machen, ist der im vergangenen Jahr erstmals erstellte Nachhaltigkeitsbericht der staatlichen Verwaltung, in dem rund 70 Prozent der staatlichen Rechnungsführungseinheiten ihren eigenen Bericht veröffentlicht haben. Selbstverständliche Ziele sind, dass die Nachhaltigkeitsarbeit überall auf der Agenda der obersten Führungsebene steht und dass in diesem Jahr jede einzelne staatliche Behörde einen Bericht veröffentlicht.

Der Höhepunkt des Ansehens staatlicher Organisationen ist noch lange nicht erreicht. Die Bedeutung der Führung wird bei der Arbeit zur Weiterentwicklung des Ansehens besonders deutlich. Die staatliche Verwaltung hat die Möglichkeit, in der Bevölkerung ein sogar international beachtetes Ansehen und Vertrauen zu erlangen, sofern dort die Bedeutung der verschiedenen Aspekte des Ansehens verstanden und der Einfluss der Führung auf dessen Entwicklung erkannt wird.

Das hohe Vertrauen der Bürger in die Verwaltungsorganisationen ist die beste Garantie für den Erfolg unserer demokratischen Wohlfahrtsgesellschaft – heute und in Zukunft. Um Vertrauen aufzubauen, bedarf es neben guter Führung auch der täglichen Arbeit: der Erkennung gemeinsamer Entwicklungsziele, kreativen Denkens, einer wirklich interaktiven und zuhörenden Zusammenarbeit mit Interessengruppen sowie einer tatkräftigen Umsetzung.

 


 

Die Autorin ist Senior Advisor bei T-Media, Dr. Nina Laakso

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