Studie „Reputation&Trust Defence 2025“: Das Ansehen der NATO ist in Norwegen stärker als in Finnland und Schweden

Die NATO genießt in der norwegischen Öffentlichkeit einen guten Ruf, schneidet in Finnland und Schweden jedoch nur mäßig ab. Laut der in Schweden, Norwegen und Finnland durchgeführten „Reputation&Trust“-Studie vertrauen die Finnen und Schweden dem Militärbündnis zudem deutlich weniger als die Norweger und würden es in einer Krise eher weniger unterstützen.

The Reputation&Trust Defence 2025 study assessed NATO’s reputation in Finland, Sweden, and Norway. Public ratings were collected on a scale from 1 to 5 and used to calculate average scores. These averages were interpreted as follows: excellent ≥ 4.00, good = 3.50–3.99, moderate = 3.00–3.49, poor < 3.00, and very poor <2.5.

Das allgemeine Ansehen der NATO wurde in Norwegen als gut bewertet (Durchschnittswert: 3,59) und sowohl in Finnland (3,21) als auch in Schweden (3,14) als mäßig. Unter den bewerteten Ansehensdimensionen erzielte die NATO ihre höchsten Werte in den Bereichen „Führung“ in Norwegen (3,92), „Finanzielle Leistung“ in Finnland (3,35) und „Arbeitsumfeld“ in Schweden (3,48). Die schwächsten Aspekte waren die finanzielle Leistung in Norwegen (3,25, mittelmäßig) und Schweden (2,85, schlecht) sowie die Governance in Finnland (2,96, schlecht).

 

Die Studie untersuchte das allgemeine Ansehen der NATO bei den Finnen, Schweden und Norwegern. Die Zahlen in der Grafik wurden auf zwei Dezimalstellen gerundet.

 

„Die Studie spiegelt wahrscheinlich die historischen Unterschiede zwischen den drei nordischen Ländern wider. Norwegen ist seit der Gründung des Bündnisses im Jahr 1949 NATO-Mitglied, und die Norweger haben sich daran gewöhnt, die NATO als integralen Bestandteil ihrer Verteidigungs- und Sicherheitsinfrastruktur zu betrachten. Finnland und Schweden hingegen sind der NATO erst vor kurzem beigetreten, nachdem sie lange Zeit auf Eigenständigkeit und Bündnisfreiheit gesetzt hatten – Faktoren, die die größere Skepsis gegenüber der Organisation erklären“, sagt Riku Ruokolahti, Entwicklungsleiter bei Reputation and Trust Analytics.

Deutliche Unterschiede bei der Bereitschaft, die NATO in einer Krise zu unterstützen

Neben der Erhebung des Ansehens der NATO bei den Finnen, Schweden und Norwegern bewertete die Studie „Reputation&Trust Defence 2025“ auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Organisation und die Bereitschaft, sie in einer Krise zu unterstützen. In Norwegen wurde das Vertrauen mit 3,84 (gut) und die Unterstützung in Krisenzeiten mit 4,18 (ausgezeichnet) bewertet. Im Gegensatz dazu lagen die Werte in Finnland (Vertrauen: 3,18, Unterstützung in Krisenzeiten: 3,08) und Schweden (Vertrauen: 3,11, Unterstützung in Krisenzeiten: 3,07) deutlich niedriger und fielen damit in den moderaten Bereich.

„Es ist verständlich, dass die Unterschiede zwischen dem langjährigen Mitglied und den beiden neuen Mitgliedern in den Bereichen ‚Vertrauen‘ und ‚Unterstützung in Krisenzeiten‘ beträchtlich sind. Diese Indikatoren spiegeln nicht nur wider, wie die Öffentlichkeit die NATO wahrnimmt, sondern auch, wozu die Menschen bereit sind, um die Organisation zu unterstützen“, erklärt Riku Ruokolahti, Entwicklungsleiter bei Reputation and Trust Analytics.

„Zwar sind das Vertrauen und die Unterstützung in Krisenzeiten in Finnland und Schweden deutlich geringer als in Norwegen, doch liegen sie dennoch auf einem moderaten Niveau – was darauf hindeutet, dass eine knappe Mehrheit der Finnen und Schweden der NATO vertraut und bereit ist, sie zu unterstützen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich diese Einstellungen im Laufe der Zeit entwickeln.“

Wie wir die Studie durchgeführt haben

Ziel der Studie „Reputation&Trust Defence 2025“ war es, das Ansehen und das Vertrauen in die NATO zu untersuchen. Darüber hinaus befasste sich die Studie mit dem allgemeinen Ansehen der Branche. Die Datenerhebung für die Studie erfolgte mittels eines elektronischen Fragebogens vom 24. Februar bis zum 24. März 2025 in Schweden, vom 26. Februar bis zum 24. März 2025 in Norwegen und vom 24. Februar bis zum 17. März 2025 in Finnland (mit Ausnahme der Ålandinseln).

Die Organisationen wurden anhand des Forschungsmodells „Reputation&Trust“ von Reputation and Trust Analytics bewertet, bei dem sich der Reputationswert einer Organisation aus dem Durchschnitt von acht verschiedenen Dimensionen ergibt. Diese Bereiche sind Unternehmensführung, finanzielle Leistung, Führung, Innovation, Dialog, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsumfeld sowie Verantwortung. Die Studie verwendete eine fünfstufige Bewertungsskala (1–5).

An der Studie nahmen 3.162 Schweden, 2.427 Norweger und 3.037 Finnen teil. Die Zielgruppe bestand aus Bürgern im Alter von 15 bis 65 Jahren. Die Stichproben wurden gewichtet, um die Bevölkerung jedes Landes hinsichtlich Geschlecht, Alter und Region repräsentativ abzubilden.

Weitere Informationen:

Riku Ruokolahti, Entwicklungsleiter, Reputation and Trust Analytics

riku.ruokolahti@t-media.fi +358 400 512 200

 

Ähnliche Beiträge