|

Riku Ruokolahti: „Künstliche Intelligenz kann Daten besser nutzen, wenn der Rahmen stimmt – dafür haben wir eine eigene geschützte Umgebung aufgebaut.“

Reputation and Trust Analytics hat eine eigene KI-Lösung entwickelt, bei der Open-Source-Modelle eingesetzt werden, um Daten direkt über Reputation&Trust auszuwerten. Da die KI in unserer eigenen, geschlossenen Infrastruktur läuft, bleiben die Daten sicher und die Analysen treffen genau den richtigen Kontext. Entwicklungsleiter Riku Ruokolahti erklärt, warum KI dann am besten funktioniert, wenn klare Arbeitsabläufe dafür festgelegt wurden.

Riku, wie und warum hat Reputation and Trust Analytics damit begonnen, eine eigene KI zu entwickeln?

Im Jahr 2023 entstand der Traum, dass wir mithilfe künstlicher Intelligenz eine Synthese aus den Reputation&Trust generierten quantitativen Daten und dem im Rahmen der Studie gesammelten offenen Feedback – also dem qualitativen Material – erstellen könnten.

Wir wollten die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz nutzen, um einerseits unsere eigene Arbeit weiterzuentwickeln und andererseits unseren Kunden noch mehr Nutzen Reputation&Trust zu bieten.

Ganz zu Beginn des Projekts haben wir geprüft, ob wir Dienste von Drittanbietern nutzen könnten, aber es stellte sich ziemlich schnell heraus, dass dies nicht wirklich in Frage kam. Wir hätten sowohl Reputation&Trust als auch die Daten unserer Kunden an die KI weitergeben müssen. Das ist natürlich undenkbar. Wir geben weder unser wichtigstes immaterielles Kapital noch die vertraulichen Daten unserer Kunden an Dritte weiter.

So kamen wir zu dem Schluss, dass wir die künstliche Intelligenz unbedingt selbst in der Hand haben und die Fähigkeit besitzen müssen, sie unter unserem eigenen Dach zu nutzen.

Wie wurde das Projekt ins Leben gerufen?

Bereits im Jahr 2023 haben wir damit begonnen, die Qualität unserer qualitativen Daten zu verbessern. Wir haben die Art und Weise der Datenerhebung sowie die Fragen neu gestaltet, damit der Kontext später, wenn wir unseren Traum in die Praxis umsetzen können, noch reichhaltiger ist.

Als Nächstes begannen wir, mit verschiedenen KI-Modellen zu experimentieren. Diese entwickeln sich jedoch rasant weiter, ebenso wie die Hardware, was die Entwicklung unserer eigenen KI-Lösung beschleunigte – gleichzeitig aber auch Herausforderungen mit sich brachte. Man konnte sich nicht wirklich voll und ganz auf ein bestimmtes KI-Modell festlegen, da schon bald ein neues und besseres Modell auf den Markt kommen könnte.

Um diese Herausforderung zu meistern, haben wir einen Prozess entwickelt, den wir kontinuierlich weiterentwickeln können. Dank dieses Prozesses stehen uns neue, bessere, kompaktere und leistungsstärkere Modelle zur Verfügung, sobald diese auf den Markt kommen.

An dem Entwicklungsprojekt für künstliche Intelligenz haben in den verschiedenen Phasen ziemlich viele unserer Mitarbeiter mitgewirkt, doch besonders viel Arbeit hat unser leitender Entwicklungsplaner Jaakko Reinikainen geleistet.

Wohin geht die Reise – wie sieht unsere eigene künstliche Intelligenz derzeit aus?

Ich würde sagen, dass wir mit der künstlichen Intelligenz mittlerweile ziemlich weit gekommen sind. Wir haben die Infrastruktur, die Betriebsmodelle und die Prozesse aufgebaut, mit denen wir lokale KI-Modelle betreiben. Unsere ursprüngliche Vision, bei der KI quantitative und qualitative Daten miteinander verbindet, funktioniert nun hervorragend. Die KI wertet offenes Feedback effizient anhand Reputation&Trust aus und generiert aus den vorhandenen Daten konkrete Handlungsvorschläge, die durch quantitative Datenanalysen untermauert werden.

Die Ergebnisse müssen natürlich unter Berücksichtigung dessen, wie sie sich auf die Strategie des jeweiligen Unternehmens auswirken könnten, iterativ überarbeitet werden. Künstliche Intelligenz übernimmt weder die Leitung des Unternehmens noch die Pflege seines Rufs – diese Denkaufgabe bleibt der Unternehmensführung vorbehalten. Die von der künstlichen Intelligenz gelieferten Ergebnisse bilden jedoch eine gute Grundlage für den Denkprozess und bieten der Unternehmensführung interessante Anhaltspunkte, auf die man durch bloßes Nachdenken allein nicht gekommen wäre.

Künstliche Intelligenz und menschliches Denken spielen hier also jeweils ihre eigene Rolle, in der sie ihre Stärken am besten entfalten können.

Was passiert als Nächstes?

Wir verfolgen natürlich ständig, was in der Welt und bei der Entwicklung der generativen KI geschieht.

Wir verfolgen weiterhin die beiden Wege, die wir gleich zu Beginn eingeschlagen haben. Der erste Weg besteht darin, dass wir bestrebt sind, unsere eigenen Aktivitäten unter Nutzung der Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz weiterzuentwickeln. Zweitens überlegen wir ständig, welche neuen und wertvollen Dinge wir unseren Kunden mithilfe unserer künstlichen Intelligenz bieten können.

Künstliche Intelligenz ist für uns ein besonders wertvolles Werkzeug, da wir über riesige Mengen an vergleichbaren Daten verfügen, deren zugrunde liegendes Forschungsmodell auch die KI gut versteht. Wir führen unsere Forschung von Beginn der Datenerhebung an mit äußerster Prozessdisziplin und Präzision durch, sodass wir hervorragende Voraussetzungen für den Einsatz von KI haben. Wir wissen und verstehen, was unsere KI tut und welchen Nutzen sie für uns hat.

Riku wurde von Anu Räsänen, Kommunikationsexpertin bei Reputation and Trust Analytics, interviewt.

Ähnliche Beiträge