Das Ansehen der finnischen Sportverbände sinkt – das Paralympische Komitee ist die renommierteste Organisation
Reputation&Trust von T-Media schwankt das Ansehen der Sportverbände zwischen gut und mittelmäßig. Das Paralympische Komitee genießt laut der Studie das beste Ansehen, der Floorballverband ist die zweite Organisation, die ein gutes Ansehen erreicht hat. Der Eishockeyverband verzeichnete den stärksten Rückgang in der Studie.
In der von T-Media im September durchgeführten UmfrageReputation&Trust zu Sportverbänden und -vereinen wurden das Ansehen von acht finnischen Sportorganisationen sowie das Vertrauen der Bevölkerung in deren Arbeit unter den Finnen untersucht.
Die für die Studie verantwortliche leitende Expertin bei T-Media, Dr. Nina Laakso, war zuvor als Forschungsleiterin beim Finnischen Zentrum für Ethik im Sport (SUEK) tätig. Nina hat sich auf betriebswirtschaftliche Analysen, Management und insbesondere auf ethisches Führungsverhalten spezialisiert.
Das Ansehen der in der diesjährigen Studie untersuchten Sportverbände schwankt zwischen gut und mäßig. Von den Organisationen, die den gesamten Sportsektor bedienen, hat das Paralympische Komitee einen guten Ruf (3,57), SUEK ry einen mäßigen (3,29) und das Olympische Komitee ebenfalls (3,01). In der Studie wurde eine fünfstufige Bewertungsskala (1–5) verwendet.

Der Ruf der untersuchten Sportverbände schwankt zwischen gut und mittelmäßig. Der Verband mit dem besten Ruf ist wie im Vorjahr der Floorballverband (3,50).

„In der Studie hat die Bedeutung der Führung von Sportorganisationen weiter zugenommen. Die Führung hat einen erheblichen Einfluss auf die Unterstützung, die Sportorganisationen von ihren Interessengruppen erhalten. Die Befragten sind der Meinung, dass von der Sportführung insbesondere eine bessere Finanzverwaltung, eine stärkere finanzielle Ausrichtung sowie Investitionen in den Jugend- und Frauensport gefordert werden sollten“, sagt Nina Laakso.
Bei den Sportverbänden wird der Arbeitsplatz von vielen als einer der wichtigsten Faktoren für die Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit genannt.
„Gute Arbeitgeberpraktiken sollten auch im weiteren Sinne als Teil der sozialen Verantwortung betrachtet werden. Junge Menschen leiten Sportkurse für Kinder oder sind als Spielleiter tätig. Daher sind Sportvereine, wie beispielsweise lokale Vereine, oft die ersten Arbeitgeber für junge Sportler.“
Das Ansehen von SUEK ist auf einem moderaten Niveau – das Ansehen des Olympischen Komitees ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen
Die Finnen schätzen den Ruf des finnischen Zentrums für Sportethik (SUEK) als mittelmäßig ein. Die Umfrage zeigt, dass SUEK unter den Finnen ein relativ unbekannter Akteur ist.
„Wie schon im letzten Jahr sind die Befragten der Meinung, dass SUEK seinen Ruf verbessern könnte, indem es mehr Informationen über seine Tätigkeit bereitstellt, eine offenere Kommunikation pflegt und eine transparentere und aktivere Interaktion praktiziert. Proaktives Handeln ist wirkungsvoller als das derzeitige reaktive Vorgehen“, sagt Laakso.
Das Ansehen des Olympischen Komitees hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Um dieses Ansehen weiter zu stärken, erwarten die Finnen vom Olympischen Komitee eine stärkere gesellschaftliche Präsenz und Durchsetzungskraft.
„Der Anstieg des Ansehens auf ein angemessenes Niveau ist wohl auf die stabilisierte Lage innerhalb der Organisation zurückzuführen; unter der neuen Führung ist es der Organisation gelungen, Skandale zu vermeiden“, sagt Laakso.
Das Ansehen der Sportverbände ist im Sinken – den größten Rückgang verzeichnete der Eishockeyverband
Das Ansehen aller Sportverbände hat sich im Vergleich zu den Ergebnissen des Vorjahres verschlechtert. Den stärksten Rückgang verzeichnete der Eishockeyverband.
„Die Ergebnisse der Reputationsstudie des Eishockeyverbands spiegeln die ethischen Probleme wider, die mit diesem Sport verbunden sind. Die Befragten unserer Studie sind der Meinung, dass der Eishockeyverband seine Unternehmenskultur ethisch und verantwortungsbewusst nachhaltiger gestalten muss. Auch vom Turnverband wird eine gesündere und sicherere Sportkultur gefordert“, sagt Laakso.
In diesem Jahr wurden mehreren Sportverbänden aufgrund ethischer Verfehlungen staatliche Fördermittel gekürzt. Sportverbände beeinflussen durch ihre eigene Arbeitskultur ihren Ruf und das Vertrauen, das die Finnen ihnen entgegenbringen.
„Sportverbände, die sich in einer schwierigen finanziellen Lage befinden, müssen einen Anspruch auf öffentlich finanzierte Aktivitäten erhalten. Man kann sich daher fragen, warum im Sport erst durch Sanktionen auf die Förderung ethisch-moralischen und verantwortungsvollen Handelns reagiert wird“, sagt Nina Laakso.
„Die Befragten erwarten von Sportverbänden zunehmend, dass sie gesellschaftlich wichtige Werte fördern, wie zum Beispiel die Förderung des Sports für Kinder und Jugendliche, die Förderung von Gleichberechtigung und Toleranz sowie die Schaffung eines gesunden und sicheren Umfelds.“
SO FORSCHEN WIR
In der Studie Reputation&Trust von T-Media zu Sportverbänden und -vereinen wurde der Ruf finnischer Organisationen in der breiten Öffentlichkeit untersucht. Die Studie untersuchte drei finnische Sportdienstleistungsorganisationen: das Finnische Olympische Komitee, das Finnische Paralympische Komitee sowie das Finnische Zentrum für Sportethik (SUEK). Von den Sportverbänden wurden die fünf Verbände ausgewählt, die im Jahr 2023 die meisten staatlichen Fördermittel erhielten: der finnische Eishockeyverband, der finnische Fußballverband, der finnische Floorballverband, der finnische Sportverband sowie der finnische Turnverband.
Der Ruf der Sportverbände wurde Reputation&Trust gemessen, bei dem der Ruf anhand von acht Faktoren bewertet wird: Verwaltung, Finanzen, Führung, Innovationskraft, Interaktion, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsplatz und Verantwortung.
Die Datenerhebung für die Studie erfolgte mittels eines elektronischen Fragebogens vom 1.9. bis zum 19.9.2023. Insgesamt nahmen 2 993 Finnen an der Studie teil. Die Analysen zu den Sportverbänden basieren auf über 1 600 abgegebenen, validierten Bewertungen der Organisationen. Zielgruppe der Umfrage waren Finnen im Alter von 15 bis 65 Jahren landesweit (mit Ausnahme der Ålandinseln). Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter und Wohnort gewichtet, um die Bevölkerung repräsentativ abzubilden. Die statistische Fehlermarge des gesamten Datensatzes beträgt maximal etwa 1,79 Prozentpunkte in beide Richtungen.
Weitere Informationen:
Nina Laakso, Senior Advisor, T-Media
+358 400 808 940
nina.laakso@reptrust-staging.fi-p.seravo.com
