Christoph Vitzthum, Konzernchef von Fazer: Der Ruf ist für ein Unternehmen wie Fazer von großer Bedeutung

 

Das renommierteste Unternehmen Finnlands im Jahr 2023 ist Fazer. Das Unternehmen gehört seit elf Jahren zu den renommiertesten in Finnland. Riku Ruokolahti, Entwicklungsleiter bei T-Media, interviewte Fazer-Konzernchef Christoph Vitzthum und fand heraus, wie man in einem traditionsreichen Familienunternehmen den Ruf pflegt.

Fazer und seine Produkte sind für die Finnen von großer Bedeutung. Die nationale Bedeutung des Unternehmens zeigt sich auch Reputation&Trust von T-Media, die seit 2012 durchgeführt wird. Fazer hat es geschafft, sich während der gesamten elfjährigen Geschichte der Studie einen Platz unter den zehn renommiertesten Unternehmen Finnlands zu sichern.

Wie wird der Ruf eines Familienunternehmens mit einer beeindruckenden Geschichte gepflegt?

 



 

Christoph Vitzthum, der zehn Jahre lang als Konzernchef von Fazer tätig war, erklärt, dass der gute Ruf von Fazer das Ergebnis der 132-jährigen Arbeit des Familienunternehmens sei. Vitzthum betont, dass man bei Fazer bestrebt sei, die Kunden so gut und qualitativ hochwertig wie möglich zu bedienen – und dabei die Geschäftstätigkeit des Unternehmens im Laufe der Zeit weiterzuentwickeln.

Riku Ruokolahti, Entwicklungsleiter bei T-Media, teilt Vitzthums Auffassung von Qualität und erklärt, dass der Ruf ein wichtiger Qualitätsmaßstab sei. Der Ruf berücksichtigt Kunden, Mitarbeiter sowie alle anderen Interessengruppen der Organisation. Alles, was Fazer tut, hinterlässt Spuren in der Gesellschaft:

„Um Anerkennung zu erlangen, muss man auf allen Ebenen Höchstleistungen erbringen“, sagt Ruokolahti und gratuliert Fazer zum Ergebnis des renommiertesten Unternehmens Finnlands.

 

Fazer lebt im Hier und Jetzt und stützt sich dabei auf Traditionen

 

Fazer blickt auf eine lange Geschichte zurück und ist durch seine Produkte weithin bekannt. Die Geschichte des Familienunternehmens beginnt im Jahr 1891, als Karl Fazer seine französisch-russische Konditorei in der Kluuvikatu in Helsinki gründete. Die Herstellung der bekanntesten Produkte von Fazer, Schokoladentafeln und Pralinen, begann drei Jahre später, im Jahr 1894.

Vitzthum erklärt, dass Fazer trotz seiner Geschichte und seiner traditionsreichen Produkte kein Museum ist:

„Wir müssen uns erneuern und über die Zukunft nachdenken, wobei wir unsere Geschichte und diese alten Produkte als Grundlage nutzen.“

„Man muss mit der Zeit gehen. Fazer ist nicht mehr dasselbe Unternehmen wie vor fünf oder zehn Jahren – geschweige denn vor 132 Jahren. Das Unternehmen entwickelt sich im Laufe der Zeit weiter und reagiert mit seinen eigenen Werten und Grundsätzen auf die jeweilige Verbrauchernachfrage“, erklärt Vitzthum.

„Es wird viel über Agilität gesprochen und darüber, dass ein Unternehmen in der Lage ist, schnell auf neue Situationen zu reagieren. Auf der einen Seite haben wir das traditionelle, zuverlässige, sichere und berechenbare Fazer, das den Verbrauchern beliebte Produkte und Dienstleistungen bietet. Auf der anderen Seite haben wir ein modernes und agiles Unternehmen, das den Verbrauchern auch neue Produkte, Dienstleistungen und Perspektiven bieten kann. Das ist eine gute Kombination aus beidem.“

 

Reputation&Trust ein umfassendes Kennzahlensystem

 

Christoph Vitzthum erklärt, dass Reputation&Trust ein umfassendes Messinstrumentarium darstellt und es schwierig ist, ein sehr hohes Reputationsniveau zu erreichen, wenn man sich nur auf einen einzigen Aspekt konzentriert. Ruokolahtea interessiert, welche weiteren Erkenntnisse zum Thema Reputationsmanagement Vitzthum, der Fazer zehn Jahre lang geleitet hat, mit auf den Weg genommen hat.

„Das Wichtigste ist, dass sich die Unternehmen auf das Wesentliche konzentrieren: die Exzellenz ihrer Produkte und Dienstleistungen. Wenn wir von Produkten sprechen, geht es bei uns nicht nur um den Geschmack, sondern um das Gesamterlebnis rund um das Produkt“, erklärt Vitzthum.

Vitzthum hält es zudem für wichtig, dass die Mitarbeiter von Fazer die Marke und die Welt des Unternehmens leben und ihrerseits den Stakeholdern vermitteln, wofür das Unternehmen steht.

„Wenn wir unsere eigenen Mitarbeiterbefragungen durchführen, ist der Stolz, bei Fazer zu arbeiten, sehr groß. Das ist eine tolle Sache, die man nicht mit Arroganz verwechseln darf. Wir bemühen uns, bescheiden und offen zu bleiben. Wir wollen lernen und neue Perspektiven und Ideen von anderen hören, damit wir unsere eigene Arbeit verbessern können.“

 


Video: Vesa Koivunen

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