Die veränderte Rolle der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die wichtigste Aufgabe der Nachhaltigkeitsberichterstattung besteht darin, die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit zu belegen. Die Berichterstattung steht nicht im Wettbewerb zur Kommunikation, sondern ergänzt diese. Für den Geschäftsentwickler ist sie wiederum ein unersetzliches Arbeitsinstrument.

Nachhaltigkeitskommunikation und -berichterstattung wurden lange Zeit als voneinander getrennte Funktionen betrachtet. Die Berichterstattung galt insbesondere in den Kommunikationsabteilungen von Unternehmen als ressourcenintensiver „Pflichtakt“, von dem man annahm, dass er niemanden interessiere, der aber erfüllt werden musste, um als verantwortungsbewusstes Unternehmen zu gelten. Man versuchte, die Attraktivität der Berichte für die Interessengruppen durch Geschichten zu steigern, die heute – da online veröffentlichte Berichte immer häufiger werden – als separate Artikel auf den Websites verlinkt werden.

Die Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit wurde hingegen lange Zeit aus Angst vor Vorwürfen des „Greenwashing“ vermieden.

Sowohl die Rolle der Berichterstattung als auch die der Kommunikation verändert sich, wenn Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit rückt.

Unserer Erfahrung nach wird die Publikation, die als erster Nachhaltigkeitsbericht einer Organisation gedacht war, oft gar nicht veröffentlicht oder nur ohne großes Aufsehen an die engsten Interessengruppen verteilt.

Der Berichtsprozess ist nämlich ein hervorragendes Mittel zur Selbstprüfung: Er deckt der Organisation selbst Lücken in der Informationsbeschaffung auf und macht auf schockierende Weise deutlich, wenn die Organisation nicht in der Lage ist, über die Dinge zu berichten, über die sie gerne berichten würde – oder zumindest nicht in der Tiefe, die wünschenswert wäre.

Dies liegt oft daran, dass die derzeit verwendeten Kennzahlen letztendlich die nachhaltigen Maßnahmen der Organisation nicht belegen. Oder es gibt gar keine Kennzahlen.

Für die Entwicklung einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit ist es von entscheidender Bedeutung, Kennzahlen zu definieren, die die Geschäftstätigkeit und die nachhaltige Entwicklung miteinander verbinden. Sind die richtigen Kennzahlen einmal definiert, ist keine weitere Erläuterung erforderlich. Anhand der Kennzahlen und Ergebnisse kann ein Unternehmen beispielsweise darlegen, inwieweit die im jeweiligen Jahr auf den Markt gebrachten neuen Produkte die Treibhausgasemissionen gesenkt und klimafreundliche Anbaumethoden gefördert haben.

Geschichten spielen eine wichtige Rolle dabei, zu veranschaulichen, was Klimaresilienz im Alltag der Menschen bedeutet. Außerdem helfen Geschichten dabei, sich eine mögliche, attraktive Zukunft vorzustellen.

Wenn Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit steht, muss sich eine Organisation keine gesonderten Gedanken über die Zielgruppen ihrer Nachhaltigkeitskommunikation machen oder Vorwürfe des „Greenwashing“ befürchten. Die Kommunikation informiert über die Aktivitäten der Organisation und deren Ergebnisse auf eine Weise, die für die Interessengruppen interessant ist, und zwar über die für sie relevanten Kanäle – so wie es gute Kommunikation schon immer getan hat.

Sari Kuvaja
Leiterin des Bereichs Nachhaltigkeitsdienstleistungen, T-Media
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