Die schwedischen Behörden verlieren an Vertrauen – die Zollbehörde und die Steuerbehörde schwimmen gegen den Strom
Eine neue Studie von Reputation and Trust Analytics zeigt, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die schwedischen Behörden ins Wanken gerät. Die Zollbehörde und die Steuerbehörde sind zwei Behörden, die sich in einem zunehmend unter Beobachtung stehenden öffentlichen Sektor diesem Trend widersetzen.
Reputation and Trust Analytics untersucht, wie sich das Ansehen auf das Verhalten von Interessengruppen auswirkt. Eine Umfrage unter schwedischen Behörden aus dem Jahr 2025 zeigt einen leicht rückläufigen Trend beim Ansehen. Die Studie basiert auf den Antworten von 2.155 Schweden und umfasst die zehn größten Behörden, gemessen an der Anzahl der Beschäftigten.
Die durchschnittliche Bewertung sinkt auf einer Fünf-Punkte-Skala von 3,04 im Vorjahr auf 3,02, was auf eine nachlassende Unterstützung durch die Öffentlichkeit hindeutet. Am deutlichsten ist der Rückgang bei der Bewertung der Produkte und Dienstleistungen zu erkennen.
– Wenn schwedische Behörden an Ansehen verlieren, verlieren sie auch an Unterstützung – sowohl seitens der Bürger als auch seitens zukünftiger Fachkräfte. Ein starkes Ansehen bedeutet mehr Legitimität, eine bessere Rekrutierungsfähigkeit und stärkere Unterstützung bei der Entscheidungsfindung, sagt Alexander Widén, Senior Advisor bei Reputation and Trust Analytics.

Zollbehörde und Streitkräfte an der Spitze – Finanzamt legt am stärksten zu
– In der Studie wird die schwedische Zollbehörde oft in einem positiven Licht dargestellt. Im Jahr 2024 gelang der Behörde eine historische Drogenbeschlagnahme, und sie gilt als Akteur, der dem zunehmenden Schmuggel per Paket entgegenwirkt. Auch das Engagement und das Interesse der Bevölkerung haben zugenommen, wahrscheinlich zum Teil dank der Fernsehserie „Gränsbevakarna Sverige“, sagt Widén.
– In einer Zeit, in der staatliche Autorität oft in Frage gestellt wird, erinnert uns das hohe Ansehen der Zollbehörde daran, dass operative Stärke, Tatkraft und greifbare Ergebnisse nach wie vor Respekt einflößen und Vertrauen schaffen – auch in einer fragmentierten Medienlandschaft, fährt Widén fort.
Der Beitritt Schwedens zur NATO markiert mehr als nur einen strategischen Wandel – er bedeutet eine Neudefinition der wahrgenommenen Identität der schwedischen Streitkräfte. Das Ansehen der Behörde wird nun an der Schnittstelle zwischen Bündnispolitik, nationaler Sicherheit und den Erwartungen der Bevölkerung geprägt.
Den stärksten Anstieg zwischen 2024 und 2025 verzeichnet die Steuerbehörde, und zwar von 3,42 auf 3,50.
– Der Aufschwung der Steuerbehörde zeigt wiederum, dass Vertrauen durch konsequenten Service, Transparenz und Kommunikation aufgebaut werden kann – selbst in einem polarisierten gesellschaftlichen Klima, sagt Widén.
Zusammenhang zwischen Ansehen und Unterstützung durch Interessengruppen
Ein sinkendes Ansehen hat Konsequenzen. Die Studie „Reputation and Trust“ aus dem Jahr 2025 zeigt einen starken Zusammenhang zwischen dem Ansehen einer Behörde und der Bereitschaft der Menschen, Steuern zu zahlen, sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben oder sich positiv über diese Behörde zu äußern. Die Gesamtunterstützung durch die Interessengruppen unter den zehn größten Behörden sinkt in diesem Jahr von 3,09 auf 3,05. Der deutlichste Rückgang zeigt sich in der Bereitschaft, eine Organisation in der Krise zu unterstützen und auf ihre Standpunkte zu hören.
Der Rückgang der Unterstützung durch Interessengruppen beeinträchtigt die Fähigkeit der Behörden, Fachkräfte anzuziehen, die Akzeptanz der Steuerfinanzierung aufrechtzuerhalten und einen wirksamen Dialog mit den Bürgern zu ermöglichen.
Der Strafvollzug verliert an Boden
Bei einigen Behörden sind besonders starke Veränderungen zu beobachten. Die Arbeitsvermittlung und der Strafvollzug verzeichnen den deutlichsten Rückgang in der öffentlichen Wahrnehmung, insbesondere in den Bereichen Dialog sowie Produkte und Dienstleistungen.
Der Rückgang im Strafvollzug fällt mit einem Jahr kritischer Medienberichterstattung zusammen, einschließlich Berichten über Gewalt, Überbelegung und Instabilität in den Haftanstalten.
– Der Ansehensverlust spiegelt ein Jahr negativer Medienberichterstattung und mangelnder Transparenz wider. Er zeigt, wie schnell Vertrauen schwinden kann – und wie entscheidend die wahrgenommene Kontrolle ist, nicht nur über die Insassen, sondern auch über die Kommunikation mit der Gesellschaft, sagt Widén.
Was ist nötig, um das Vertrauen wiederherzustellen?
Der Studie zufolge schneiden die schwedischen Behörden insbesondere im Bereich Produkte und Dienstleistungen schlecht ab.
– „Um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, müssen die schwedischen Behörden ihre Transparenz weiter erhöhen, Innovationen fördern und den Bürgern im Alltag einen klareren Mehrwert bieten und diesen besser vermitteln“, sagt Widén.
Über die Studie
Reputation and Trust Analytics untersucht, wie sich das Ansehen auf das Verhalten von Interessengruppen auswirkt. Ziel der Erhebung und Analyse von Reputation and Trust Analytics zu schwedischen Behörden im Jahr 2025 war es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die zentralen Behörden der schwedischen Staatsverwaltung sowie deren Wahrnehmung dieser Behörden zu untersuchen.
Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 25. April bis zum 19. Mai 2025 mittels einer Online-Umfrage.
Insgesamt nahmen 2.155 Schweden an der Umfrage teil. Die Zielgruppe bestand aus Schweden im Alter von 15 bis 65 Jahren, wobei die Stichprobe hinsichtlich Geschlecht, Alter und Region landesweit repräsentativ war.
22 Behörden wurden anhand des Analysemodells von Reputation and Trust bewertet, bei dem die Reputationsbewertung einer Organisation als Durchschnitt aus acht verschiedenen Dimensionen berechnet wird. Dazu gehören Governance, finanzielle Leistung, Führung, Innovation, Interaktion, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsplatz sowie Verantwortungsbewusstsein. Die Studie verwendet eine fünfstufige Skala (1–5).
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Alexander Widén
Senior Advisor, Reputation and Trust Analytics
+46 70 471 23 32
alexander.widen@reputationandtrust.com
