Jukka Ruusunen, Geschäftsführer von Fingrid, über Reputationsmanagement: „Messen und verbessern“
Jukka Ruusunen, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Fingrid, leitet ein Monopolunternehmen, das im Zentrum der Gesellschaft steht. Fingrid muss täglich den Erwartungen seiner Interessengruppen gerecht werden und achtet daher sehr genau und unter Einbeziehung aller Interessengruppen auf seinen Ruf.
Fingrid, das sich im Besitz des finnischen Staates und finnischer Pensionskassen befindet, ist dafür verantwortlich, dass die Stromversorgung in Finnland sowohl gesichert als auch kosteneffizient ist. Fingrid verfügt in Finnland über ein natürliches Monopol auf das Übertragungsnetz, und seine Tätigkeit unterliegt der staatlichen Regulierung.
Die staatliche Beteiligung und die Stellung als Marktführer erfordern Bescheidenheit und erhöhen die Verantwortung, die an das Unternehmen gestellten Erwartungen zu verstehen.
„Ein Monopol lässt Dinge leicht von innen nach außen wirken. Wenn es um den Ruf geht, muss man von außen nach innen schauen. Ein Ruf entsteht nicht von selbst, wenn man ihn nicht lenkt und vorantreibt“, sagt Jukka Ruusunen.
Von einem Unternehmen, das mitten in der Gesellschaft agiert, wird von vielen Seiten viel erwartet. Das Vertrauen der Kunden, der Gesellschaft, der Eigentümer und der Belegschaft muss jeden Tag aufs Neue verdient werden.
Die Identifizierung wichtiger Interessengruppen und die Betrachtung des Rufs aus der Perspektive verschiedener Interessengruppen helfen dabei, die an Fingrid gestellten Erwartungen zu erkennen.
„Wir überlegen, wie Fingrid wirkt, wenn wir das Unternehmen aus der Perspektive unserer Stakeholder betrachten. Was sind die Aspekte, die diese Stakeholder schätzen?“
Man kann keinen Ruf aufbauen, wenn man ihm nicht folgt
Nach Ansicht von Ruusunen lässt sich das Reputationsmanagement mit dem Management jeder anderen wichtigen Angelegenheit vergleichen: Die Grundstruktur muss unter Kontrolle sein. Deshalb misst Fingrid seine Reputation regelmäßig.
„Man kann nichts erfolgreich leiten, wenn man es nicht ständig überwacht und misst.“
Ruusunen empfiehlt, die Reputationsarbeit mit einer Bestandsaufnahme des aktuellen Rufs des Unternehmens und der Identifizierung der Interessengruppen zu beginnen.
„Bei der Reputationsarbeit sollte man zunächst einmal anerkennen, dass das Unternehmen über eine Reputation und ein Image verfügt. Diese sind immer vorhanden. Zweitens muss man erkennen, welche Interessengruppen am wichtigsten sind: für wen wir diese Arbeit leisten.“
„Zum Beispiel sind Grundstückseigentümer eine wichtige Interessengruppe für uns. Wenn wir irgendwo hingehen und riesige Stromleitungen bauen, müssen wir dort einen guten Ruf haben und darüber sprechen, wie wir diesen guten Ruf bewahren können.“
„Wenn ein großes Unternehmen und ein einzelner Mensch aufeinandertreffen, ist die Situation sehr heikel. All diese Umfragen dienen dazu, Feedback zu sammeln, damit wir in Zukunft noch besser werden.“
Die Mitarbeiter sind ein wesentlicher Faktor für den Aufbau des Rufs
„Der Ruf entsteht durch die Interaktion zwischen Menschen. Nicht Unternehmen interagieren miteinander, sondern Menschen“, stellt Ruusunen fest.
„Der Dialog mit der Außenwelt ist von größter Bedeutung. Dieser Dialog findet im Alltag statt, jeden Tag zwischen den Menschen. Er erfordert eine sehr starke und mutige Kultur, die auch Kritik zulässt.“
Ruusunen ist der Ansicht, dass es für die Mitarbeiter wichtig ist, das Unternehmen von außen zu betrachten, aus der Perspektive verschiedener Interessengruppen. Aus diesem Grund wird bei Fingrid mit den Mitarbeitern über das Ansehen des Unternehmens gesprochen.
„Der Ruf entsteht durch das, was die gesamte Belegschaft leistet. Wie sich Fingrid im Alltag durch sein Handeln präsentiert.“
Fingrid wurde 2020 zu einem der besten Arbeitgeber Finnlands gekürt. Ruusunen ist der Meinung, dass man sich von guten Ergebnissen nicht blenden lassen darf, sondern stets weiter vorankommen muss.
„Die Messlatte wird sowohl in Sachen Verantwortung als auch in Bezug auf den Ruf höher gelegt. Nächstes Jahr muss es besser laufen als dieses Jahr.“
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Text: Tuuli Pohjola
Produktion der Videos: Vesa Koivunen, Harri Leinikka, Tuuli Pohjola
