Vertrauenslücke: Die Schweden vertrauen den Streitkräften fast doppelt so sehr wie der Migrationsbehörde
Eine neue Studie von Reputation and Trust Analytics zeigt, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit in die schwedischen Behörden stark schwankt. Die Streitkräfte führen die Liste mit 4,01 auf einer Fünf-Punkte-Skala an – fast doppelt so hoch wie die 2,08 der Migrationsbehörde.
Reputation and Trust Analytics hat das Vertrauen in zehn der größten Behörden Schwedens untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine tiefe Kluft in der Wahrnehmung der Bürger hinsichtlich verschiedener Bereiche der staatlichen Verwaltung. Die Streitkräfte, die Zollbehörde (3,84) und die Polizei (3,64) liegen an der Spitze, während die Migrationsbehörde, die Arbeitsagentur (2,33) und die staatliche Anstaltsverwaltung (2,50) die letzten Plätze belegen.
Der Kontrast ist deutlich: Zwischen den 4,01 der Streitkräfte und den 2,08 der Migrationsbehörde liegen fast zwei Einheiten auf einer Fünf-Punkte-Skala.
– „Wenn das Vertrauen unter 2,5 sinkt, ist das nicht mehr nur ein Warnsignal, sondern wird zu einem echten Hindernis für die Vermittlung von Entscheidungen, Informationen und Dienstleistungen“, sagt Alexander Widén, Senior Advisor bei Reputation and Trust Analytics.

Sinkendes Vertrauen untergräbt die Handlungsfähigkeit
Das durchschnittliche Vertrauen in die schwedischen Behörden hat sich seit dem letzten Jahr etwas abgeschwächt – ein Zeichen für nachlassende Unterstützung durch die Öffentlichkeit. Wenn das Ansehen sinkt, schwindet auch das Vertrauen, was sich wiederum auf die Bereitschaft der Bürger auswirkt, Steuern zu zahlen, den Informationen der Behörden Gehör zu schenken, sich dort um eine Stelle zu bewerben oder sich positiv über sie zu äußern.
– Vertrauen ist kein nebensächliches Thema. Es ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg, auch im öffentlichen Sektor. Es beeinflusst die Kooperationsbereitschaft der Bürger, ihre Akzeptanz der Steuerfinanzierung und die Fähigkeit der Behörden, die richtigen Fachkräfte zu gewinnen, sagt Alexander Widén.
Die Streitkräfte – höchstes Vertrauen in Zeiten der Unsicherheit
Die Streitkräfte genießen das höchste Vertrauen in der Bevölkerung. Dieses Ergebnis spiegelt sowohl einen klaren gesellschaftlichen Auftrag als auch eine stärkere Präsenz im öffentlichen Raum wider.
– Das große Vertrauen, das die schwedische Bevölkerung in die Streitkräfte und in die Art und Weise, wie wir unseren Auftrag erfüllen, setzt, ist von entscheidender Bedeutung, nicht zuletzt angesichts der derzeit sehr unruhigen Lage in der Welt. Wir arbeiten hart daran, ein breiteres und tieferes Verständnis für die Streitkräfte zu schaffen, indem wir in unserer Kommunikation so offen und transparent wie möglich sind, und dies ist ein Beweis dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Alles, was wir tun, tun wir im Namen der Freiheit, und es ist bestärkend, dass dies und unsere Arbeit als Behörde auf großes Vertrauen stoßen, sagt Fredrik Peedu, Kommunikationsdirektor der Streitkräfte.
– „Den Streitkräften ist es gelungen, einen klaren gesellschaftlichen Auftrag mit einer erhöhten Sichtbarkeit in einer Zeit der Unsicherheit zu verbinden. Die NATO-Mitgliedschaft, internationale Einsätze und die verschlechterte Sicherheitslage in unserer Umgebung haben wahrscheinlich die Legitimität und das Vertrauen in die Behörde gestärkt, ebenso wie eine konsequente und klare Kommunikation“, sagt Alexander Widén.
Die finnische Zollbehörde – hohes Vertrauen und hohes Ansehen
Die Zollbehörde ist die Behörde, die das zweithöchste Vertrauen genießt. Dank der Kombination aus hohem Ansehen und hoher Glaubwürdigkeit steht die Zollbehörde auf festem Boden – in einer Zeit, in der viele andere Behörden auf Skepsis stoßen.
– Die schwedische Zollbehörde gilt als tatkräftig und effizient – von historischen Drogenbeschlagnahmungen bis hin zu einer erhöhten Medienpräsenz. Dennoch liegt das Vertrauen unter dem der Streitkräfte. Die unruhige Lage in der Welt und die Bedeutung des Verteidigungsauftrags sorgen für ein besonderes Vertrauenskapital, sagt Alexander Widén.
Die Migrationsbehörde und die Arbeitsvermittlung am Ende der Liste
Die Migrationsbehörde belegt den letzten Platz in der Umfrage. Die Behörde ist seit langem in einem der politisch brisantesten Bereiche tätig, was zu einer schwierigen Vertrauenslage beiträgt.
– Die Migrationsbehörde ist seit vielen Jahren in einem der am stärksten polarisierten Themenbereiche der schwedischen Politik tätig. Ein geringes Vertrauen in diesem Bereich kann politische Gegensätze sowohl widerspiegeln als auch verstärken – und die Arbeit der Behörde erschweren, sagt Alexander Widén.
Die Arbeitsvermittlung belegt den vorletzten Platz in der Umfrage und liegt damit nur noch vor der Migrationsbehörde. Das geringe Vertrauen lässt sich zum Teil auf eine lange Phase von Umstrukturierungen und Unklarheiten hinsichtlich der Rolle der Behörde zurückführen, während die Arbeitslosigkeit in mehreren Bevölkerungsgruppen weiterhin hoch ist.
– Die Arbeitsagentur hat seit langem Schwierigkeiten, ihren Auftrag klar zu definieren und konkrete Ergebnisse vorzuweisen. Wenn die Öffentlichkeit nicht den Eindruck hat, dass die Behörde die Arbeitslosigkeit erfolgreich bekämpft, wirkt sich das unmittelbar auf das Vertrauen aus, sagt Alexander Widén.
Über die Studie
Reputation and Trust Analytics untersucht, wie sich das Ansehen auf das Verhalten von Interessengruppen auswirkt. Ziel der Erhebung und Analyse von Reputation and Trust Analytics zu schwedischen Behörden im Jahr 2025 war es, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die zentralen Behörden der schwedischen Staatsverwaltung sowie deren Wahrnehmung dieser Behörden zu untersuchen.
Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum vom 25. April bis zum 19. Mai 2025 mittels einer Online-Umfrage.
Insgesamt nahmen 2.155 Schweden an der Umfrage teil. Die Zielgruppe bestand aus Schweden im Alter von 15 bis 65 Jahren, wobei die Stichprobe hinsichtlich Geschlecht, Alter und Region landesweit repräsentativ war.
22 Behörden wurden anhand des Analysemodells von Reputation and Trust bewertet, bei dem die Reputationsbewertung einer Organisation als Durchschnitt aus acht verschiedenen Dimensionen berechnet wird. Dazu gehören Governance, finanzielle Leistung, Führung, Innovation, Interaktion, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsplatz sowie Verantwortungsbewusstsein. Die Studie verwendet eine fünfstufige Skala (1–5).
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Alexander Widén, Senior Advisor, Reputation and Trust Analytics
+46 70 471 23 32
alexander.widen@reputationandtrust.com
