Reputation&Trust der Nachrichtenmedien: STT ist Finnlands vertrauenswürdigstes Medium
Die Studie Reputation&Trust der Nachrichtenmedien zeigt, dass das Vertrauen der Bürger in die Nachrichtenagenturen sowohl in Finnland als auch in Schweden groß ist. Das vertrauenswürdigste Nachrichtenmedium in Finnland ist STT, in Schweden TT Nyhetsbyrån.
Reputation and Trust Analytics untersuchte im Frühsommer 2026 das Vertrauen der Bürger in die Nachrichtenmedien. Im Rahmen der Studie wurde das Vertrauen in die größten finnischen und schwedischen Medien sowie in die britische BBC gemessen. In Finnland bewerteten die Bürger die Nachrichtenagentur STT als das vertrauenswürdigste Medium.
„Die Forschungsergebnisse sind in Finnland und Schweden sehr ähnlich. In beiden Ländern steht eine traditionsreiche Nachrichtenagentur an der Spitze der vertrauenswürdigsten Medien. Beide Nachrichtenagenturen blicken auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und zeichnen sich durch ein starkes Qualitätsimage aus, das auch Krisen standhält; zudem stehen sie nicht unter dem gleichen Druck, reißerische Schlagzeilen zu produzieren, wie die kommerziellen Medien. Auch gibt es um sie herum keine derart politisierte Debatte wie um die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“, erklärt Harri Leinikka, Geschäftsführer von Reputation and Trust Analytics.
„Es ist interessant festzustellen, dass die Finnen ein außergewöhnlich starkes Vertrauen in die STT haben, obwohl die Zukunft der Nachrichtenagentur auf dem Spiel steht“, fährt Stefan Wallin, Seniorberater bei Reputation and Trust Analytics, fort.
Das Vertrauen der Finnen in die Nachrichtenmedien

In der Umfrage erhielt STT eine Vertrauensbewertung von 3,83 und TT von 3,60. Als zweitvertrauenswürdigsten Medienkanal bewerteten die Finnen den Neuling „Uusi Juttu“, der eine Bewertung von 3,50 erreichte.
„Dass ‚Uusi Juttu‘ sich sofort in der Spitzengruppe etabliert hat, ist ein bemerkenswertes Ergebnis. Das zeigt, dass die Bürger bereit sind, einem neuen, abonnentenfinanzierten und werbefreien Medium, das auf fundierten Journalismus setzt, ihr Vertrauen zu schenken – auch wenn der Bekanntheitsgrad dieser neuen Akteure natürlich noch geringer ist als der der etablierten Medien. Auch dies verbindet Finnland und Schweden, wo sich der Medienneuling „Kvartal“ Reputation&Trust bereits in der Startphase gut behauptet hat“, stellt Leinikka fest.
An dritter Stelle der vertrauenswürdigsten Nachrichtenmedien in Finnland lag „Helsingin Sanomat“, mit geringem Abstand gefolgt von „Yleisradio“. Daneben erreichte auch „MTV3“ ein Maß an Vertrauen, das als angemessen bezeichnet werden kann.
Reputation&Trust gilt das Vertrauen als gut, wenn die Bewertung der Organisation mindestens 3,50 beträgt. Als mäßig gilt ein Wert zwischen 3,00 und 3,49, während ein niedrigerer Wert auf geringes Vertrauen hindeutet. Beide finnischen Abendzeitungen, Ilta-Sanomat und Iltalehti, erzielten in der Erhebung ein schwaches Ergebnis.
Aus der Studie geht zudem hervor, dass das Vertrauen in die Medien und die Unterstützung durch die Bürger nicht nur vom Preis-Leistungs-Verhältnis abhängen, sondern auch maßgeblich davon, wie offen, transparent und verantwortungsbewusst die Bürger deren Arbeit und journalistische Prozesse wahrnehmen.
Yle ist vertrauenswürdiger als SVT – und deutlich vertrauenswürdiger als die BBC
Beim Vergleich der nationalen Rundfunkanstalten erwies sich Yleisradio mit einer Bewertung von 3,47 als die vertrauenswürdigste unter den Bürgern des eigenen Landes. SVT erreichte eine Bewertung von 3,43, während die BBC bei 3,00 blieb.
„Der Unterschied zwischen der BBC und den nordischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist erheblich. In Finnland und Schweden empfinden die Bürger den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach wie vor als Teil ihrer eigenen Identität. In Großbritannien steht die BBC bereits seit Jahren unter starkem politischen und gesellschaftlichen Kreuzfeuer, und wiederholte Skandale haben diese Grundhaltung ins Wanken gebracht. Vertrauen lässt sich nicht durch Kampagnen wiederherstellen, sondern nur durch Taten und Zeit“, sagt Wallin.
„Auch wenn die Lage der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der nordischen Vertrauensgesellschaft noch immer nahezu gut ist, stehen sie in den kommenden Generationen vor einer echten Herausforderung“, fügt Leinikka hinzu.
So gehen wir vor
Ziel der Studie Reputation&Trust der Nachrichtenmedien war es, den Ruf ausgewählter Organisationen der Medienbranche in der Bevölkerung zu ermitteln. Die Datenerhebung für die Studie erfolgte mittels eines elektronischen Fragebogens in Finnland und Schweden vom 19. Mai bis zum 5. Juni 2026 sowie in Großbritannien im Rahmen Reputation&Trust landesweiten Reputation&Trust vom 13. Mai bis zum 10. Juni 2026.
Die Organisationen wurden Reputation&Trust von Reputation and Trust Analytics bewertet, bei dem das Vertrauen in eine Organisation auf einer fünfstufigen Bewertungsskala (1–5) gemessen wird.
An der Umfrage nahmen 1.885 Befragte aus Finnland, 1.448 aus Schweden sowie 2.074 aus Großbritannien. Die Zielgruppe der Umfrage bildeten in Finnland und Schweden Bürger im Alter von 18 bis 74 Jahren, in Großbritannien Bürger im Alter von 15 bis 65 Jahren auf nationaler Ebene (in Finnland ohne die Ålandinseln). Die Stichprobe wurde hinsichtlich Geschlecht, Alter und Wohnort so gewichtet, dass sie repräsentativ für die Bevölkerung ist.
Die Fehlermarge des gesamten Datensatzes beträgt in Finnland höchstens etwa 2,26, in Schweden 2,58 und in Großbritannien 2,15 Prozentpunkte in beide Richtungen.
Weitere Informationen
Harri Leinikka, Reputation and Trust Analytics, Geschäftsführer, +358 40 505 5001, harri.leinikka@reptrust.com
