Tomi Korhonen, Kommunikationsleiter bei Business Finland: Reputationsmanagement ist ein wichtiger Bestandteil des Krisenmanagements
Tomi Korhonen, Kommunikationsleiter bei Business Finland, betont, dass man auch in Krisenzeiten am Ruf des Unternehmens festhalten muss. „Und gerade dann erst recht“, sagt Korhonen.
Der erste Schritt im Reputationsmanagement ist eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Reputation, die auf deren Messung basiert.
„In Zeiten des Wandels verengt sich der Blickwinkel oft, und man konzentriert sich sehr stark auf die interne Arbeit. Dabei besteht die Gefahr, dass man den Kontakt zu wichtigen Interessengruppen verliert“, sagt Tomi Korhonen.
„Aus diesem Grund ist es in Zeiten des Wandels wichtig, dafür zu sorgen, dass wir einen schonungslos ehrlichen Einblick darin haben, wie die für uns wichtigen Interessengruppen uns sehen.“
Korhonen fasst zusammen, dass das Verhalten im Bereich der Reputationsarbeit die beste Form der Kommunikation ist. Ein Unternehmen oder eine Organisation kann von sich behaupten, was immer sie will, doch die Interessengruppen beobachten genau, was hinter den Worten steckt und was die Organisation tatsächlich tut.
Als zweiten wichtigen Punkt hebt Korhonen hervor, dass sich ein Ruf selbst inmitten einer Krise nicht allein durch die Kommunikationsabteilung – oder irgendeinen anderen einzelnen Teil der Organisation – aufbauen oder aufrechterhalten lässt.
„Die Reputationsarbeit ist eine gemeinsame Aufgabe der gesamten Organisation. Dies ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg.“
Drittens erinnert Korhonen daran, dass Reputation immer auf Dialog beruht.
„Bei der Reputationsarbeit hast du die Möglichkeit, mit den für deine Organisation wichtigen Interessengruppen ins Gespräch zu kommen. Du kannst nicht einfach beschließen, wie unser Ruf aussehen soll. Der Ruf wird in dem Moment zur Realität, in dem der Empfänger denkt: ‚Das ist der Kern dieser Organisation.‘“
In Ausnahmesituationen ist es wichtig, die Auswirkungen auf den Ruf zu erkennen
Korhonen weist darauf hin, dass eine Organisation auch mitten in einer Krise ihre eigene Tätigkeit in aller Ruhe analysieren muss. Schnellgewinne, die durch übereilte Maßnahmen erzielt werden, sind keine nachhaltige Reputationsarbeit.
„In einer Ausnahmesituation ist es wichtig zu erkennen, welche Auswirkungen unser Handeln auf unseren Ruf haben kann. Wenn man in einem solchen Moment seinen Ruf nicht aktiv steuert, treibt man einfach in eine beliebige Richtung und hofft, dass es die richtige ist. Im schlimmsten Fall kann der Ruf in einem Augenblick zerstört werden, wenn man mitten in der Krise falsche Entscheidungen trifft.“
In der Reputationsarbeit von Business Finland hat sich inmitten der Coronakrise die von Korhonen geäußerte Feststellung bestätigt, dass das eigene Verhalten die beste Form der Kommunikation ist. Die Organisation hat viel Lob dafür erhalten, wie schnell und effizient sie auf die Krise reagiert hat.
Korhonen fasst zusammen, dass der Erfolg darauf zurückzuführen ist, dass die gesamte Belegschaft die Ärmel hochkrempelte und sich an die Arbeit machte.
„Mir wurde erst kurz darauf klar, dass wir in dieser Krisensituation genau nach unseren Werten gehandelt haben. Unsere Werte lauten: gemeinsam, mit großem Engagement, mit Begeisterung und mit Durchhaltevermögen. All dies hat sich in der Corona-Krise bewahrheitet“, sagt Korhonen.
In Krisenzeiten gewinnt die Reputationsarbeit auch insofern an Bedeutung, als der Dialog mit den Interessengruppen noch wichtiger wird.
„Die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft sowie wichtigen Interessengruppen wie dem Verband der finnischen Unternehmer hat in dieser schwierigen Situation hervorragend funktioniert. Sie war ein wesentlicher Faktor für den Erfolg unserer Kommunikation.“
Drei Tipps von Tomi Korhonen für die Reputationsarbeit in der aktuellen Situation
Korhonen fasst die Erkenntnisse von Business Finland zum Reputationsmanagement in Krisenzeiten als Ratschläge für andere Organisationen zusammen:
1. Schnelle Anpassung der Strukturen. Wir haben schon frühzeitig eine Corona-Taskforce eingerichtet und unsere Kommunikation in beispielloser Geschwindigkeit auf den Corona-Modus umgestellt. Unser Dank gilt hierfür unseren kompetenten und fachkundigen Mitarbeitern.
2. Achten Sie auf zeitnahe Kommunikation und Einfühlungsvermögen. In Krisenzeiten oder Phasen des Wandels muss die Kommunikation zeitnah sein und die Interessengruppen einbeziehen. In dieser Krise hat sich besonders deutlich gezeigt, dass man die Situation des Kunden verstehen muss – man muss einfühlsam sein.
3. Seien Sie für die Medien erreichbar. Der Informationsbedarf ist derzeit enorm. Das Coronavirus ist natürlich in erster Linie eine Gesundheitskrise, aber wir haben unseren eigenen Aufgabenbereich erkannt und es geschafft, aus unserer Perspektive zeitnah und informativ auch gegenüber den Medien zu kommunizieren.
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Text: Anu Räsänen
Produktion des Videos: Vesa Koivunen, Harri Leinikka, Tuuli Pohjola und Riku Ruokolahti
