Studie: Die Schule bietet nur wenig Orientierung bei der Berufswahl
Nur 15 Prozent der Grundschüler und 17 Prozent der Gymnasiasten wissen mit Sicherheit, in welchem Bereich sie später einmal arbeiten möchten. Die zunehmende Unsicherheit und der Mangel an Informationen zeigen sich insbesondere in der Beliebtheit von Auszeiten bei Gymnasiasten. Ein Viertel der Gymnasiasten plant, nach Abschluss der Schulzeit eine Auszeit zu nehmen, wie aus der aktuellen Studie „Wenn die Schule endet“ hervorgeht.
Der wichtigste Grund für ein Auszeitjahr ist, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. 51 Prozent derjenigen, die ein Auszeitjahr planen, benötigen mehr Zeit, um über ihre weitere Studienwahl nachzudenken.
In der Orientierungsphase der Oberstufe gibt es erhebliche Mängel – nur 30 Prozent erhalten ausreichende Beratung bei der Berufswahl.
„In der Oberstufe konzentriert sich die Beratung auf die Förderung des Lernens. Zugang zur Berufsberatung erhält man erst im Abiturjahr, womit man unweigerlich zu spät dran ist. Die Vorbereitung auf die Entscheidungen sollte früher beginnen, und die gesamte Schule sollte einbezogen werden“, sagtLiisa Tenhunen-Ruotsalainen, Leiterin des Wirtschaftsinformationsbüros TAT.

Die Beratung junger Menschen bei der Berufs- und Bildungswahl liegt nicht allein in der Verantwortung der Schule. Die Bedeutung des Elternhauses und des näheren Umfelds bei diesen Entscheidungen hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Die Bedeutung von Freunden und Bekannten als Informationsquelle ist von 41 Prozent auf 49 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hat die Bedeutung von Berufsberatern und Lehrern als Informationsquellen sogar leicht abgenommen.
„Vor allem Schülerinnen empfinden das Gymnasium als so stressig, dass gut ein Drittel von ihnen nicht die Kraft hat, sich direkt nach dem Abitur auf die Aufnahmeprüfungen vorzubereiten. Es müsste etwas unternommen werden, um die Abiturprüfungen und die Aufnahmeprüfungen an den Universitäten besser aufeinander abzustimmen und die Studienberatung zu verbessern“, fährt Tenhunen-Ruotsalainen fort.
Das Gehalt allein reicht nicht aus, um junge Menschen zu motivieren
In den Erwartungen der Gymnasiasten an das Berufsleben zeigen sich widersprüchliche Gefühle gegenüber der Arbeitswelt. Es wird erwartet, dass die Arbeit eine bedeutende Rolle im Leben einnimmt, und interessante Aufgaben werden als deutlich wichtiger angesehen als die Bezahlung. Auf der anderen Seite wiegen die enormen Herausforderungen des Arbeitslebens schwer. Junge Menschen befürchten, keinen Zugang zum Arbeitsleben zu finden oder falsche Entscheidungen zu treffen.
„Die Erwartungen junger Menschen an das Berufsleben sind von einer Mischung aus Angst und Interesse geprägt. Für Gymnasiasten erscheint die Arbeitswelt in einem sehr traditionellen Licht. Arzt, Polizist, Pilot und Jurist tauchen in spontanen Karriereplänen auf. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit nimmt den Jugendlichen weiterhin den Mut, über ungewöhnliche Berufswahlmöglichkeiten nachzudenken“, stelltReeta Sutinen, Forschungsleiterin beim Marktforschungsunternehmen T-Media, fest.
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An der Umfrage „Wenn die Schule vorbei ist“ nahmen gut 7.700 Jugendliche teil. Die Umfrage wurde im Februar 2016 in Form eines Online-Fragebogens durchgeführt. Die Jugendlichen wurden umfassend zu ihren Zukunftsplänen, ihrem weiteren Bildungsweg und ihren Erwartungen an das Berufsleben befragt. Die Umfrage wurde im Auftrag des Wirtschaftsinformationsbüros TAT vom Marktforschungsunternehmen T-Media durchgeführt.
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Wirtschaftsinformationsbüro TAT
Leiterin Liisa Tenhunen-Ruotsalainen
Tel. 040 545 2198
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T-Media
Forschungsleiterin Reeta Sutinen
Tel. 040 511 9936
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Die Publikation „Träume junger Menschen“ befasst sich mit den Berufs- und Bildungsentscheidungen junger Menschen vor dem Hintergrund der Jugendstudie „Wenn die Schule endet 2016“ sowie unter Berücksichtigung der Sichtweisen von Experten.
